Die Idee zur Umrundung Oberbayerischer Seen hatte ich schon lange, aber noch nie umgesetzt. Anfang Juni war es nun soweit und ich startete mit dem Ammersee. Die Anfahrt betrug nur 30 Minuten, so dass sich der See perfekt für die erste Umrundung eignete, zumal das Wetter an diesem Tag nahezu perfekt war.
Der Weg um den Ammersee schien meist nah entlang des Ufers zu verlaufen und entlang der geplanten 50 km langen Strecke gab es mit knapp unter 200 Höhenmetern kaum nennenswerte Steigungen. Am Südufer führte die geplante Strecke etwas vom See weg, da ein Naturschutzgebiet nicht passiert werden kann.
Start in Stegen
Meinen Lauf startete ich um kurz nach 6 Uhr morgens am nördlichen Ende des Sees bei Stegen. Dort gab es einen großen Parkplatz, eine Eisdiele und ein öffentliche WC. Bei der Anfahrt war ich vom Verkehr überrascht, am See dagegen war niemand unterwegs.
Nach ein paar kurzen Vorbereitungen ging es los. Ich lief am Bootsanleger und der Badestelle Stegen vorbei und erreichte nach kurzer Zeit einen schmalen Trail, der nur durch ein paar Bäume getrennt am See entlang führte. Teils ging es in einem Auf und Ab entlang, teils musste ich mich bücken, um unter den niedrig wachsenden Bäumen bzw. Sträuchern durchlaufen zu können.






Auf den ersten Kilometern benötigte ich etwas, um in meinen „Tritt“ zu finden. Daher war ich etwas langsamer unterwegs, was mich aber nicht störte. Es kam mir nicht auf ein bestimmtes Tempo an, ich wollte einfach nur ankommen.
Ich lief an Buch und Breitenbrunn vorbei – immer sehr nah am Wasser. Erst kurz vor Lochschwab führte mich die Route etwas vom See weg, aber nach wenigen Hundert Meter war ich wieder direkt am See. Nach etwa 12 Kilometer erreichte ich Herrsching und musste erst einmal über die Villen am See staunen. Sehr eindrucksvolle alte Häuser, daneben moderne Villen und alle in riesigen Grundstücken… Durch den Ort lief ich entlang der Seepromenade.





Zum Südufer und nach Raisting
Südlich von Herrsching wurde der Weg etwas breiter und verlief nicht mehr durch den Wald, aber immer noch direkt am Wasser entlang. Inzwischen hatte ich meinen „Tritt“ gefunden und es lief gut. Die Temperatur war angenehmen und auf den Wegen nahezu niemand unterwegs. Bei Aidenried, nach etwa 19 Kilometer erreichte ich das Südufer des Sees. Die Landschaft war offener und der Blick schweifte über die weite Wiesenlandschaft.
Über Fischen lief ich zur Ammer und folgte dieser etwas flussaufwärts und bog Richtung Raisting ab. Bereits seit Aidenried konnte ich die Erdfunkstelle sehen, die mein Zwischenziel sein sollte.






Entlang von Wiesen und Feldern lief ich auf einer schmalen Straße nach Raisting, streifte den Ortrand und immer weiter nach Süden führte mich meine Route. Noch etwa 1 Kilometer hatte ich vor mir, bevor ich die Erdfunktstelle erreichte. Absolut eindrucksvoll! Riesige Antennen, dazwischen eine Kirche, die wie ein Miniaturgebäude wirkt und im Hintergrund die Alpen, die sich bei meinem Lauf leider nicht zeigten.

Es war nicht das erste Mal, dass ich an der Erdfunkstation vorbei kam, aber ich finde es jedes Mal sehr faszinierend, diese riesigen Parabolantennen zu sehen. Ich nutzte die Stelle hier für eine kurze Pause, bevor es wieder nach Norden zum Ammersee ging.







Zurück zum Ammersee
Meine Route führte mich nach einer kurzen Pause wieder nach Norden. In Raisting war mein Blick fast die ganze Zeit nach oben auf die Hausdächer gerichtet. Auf vielen Häusern befanden sich Storchenneste, sogar auf der Kirche saß ein Storch.

Vom Süden kommend lief ich auf Dießen am Ammersee zu und erreichte am Schiffsanleger wieder den See. 35 Kilometer war ich inzwischen unterwegs und somit hatte ich weit mehr als die Hälfte geschafft. Die Temperatur war noch angenehm, aber die Sonne kam nun dazu. Am Westufer führte meine Strecke nicht meist nicht mehr so nah am Wasser entlang wie am Ostufer. Teilweise lagen Grundstücke oder Wald dazwischen. Bis Riederau war ich noch nah am Wasser, danach ging es in den Wald und ich spürte die kühle Waldluft, die sehr gut tat.




Endspurt nach Stegen
Ich war mit einem Laufrucksack mit Wasser, Gels und etwas Traubenzucker unterwegs. Schön langsam leerte sich meine Trinkblase und am Künstlerhaus Gasteiger konnte ich nochmals Wasser auffüllen. Auch ein Spezi wurde mir angeboten, welches ich dankend ablehnte. Nach eine kurzen Unterhaltung ging es für mich weiter – noch knapp 10 Kilometer waren es.
Kurz darauf erreichte ich Utting, wo eine Kolonie Gänse mir den Weg blockierte. Langsam ging es durch die Tiere, die mich interessiert anschauten. Nun war ich wieder etwas näher am See und lief an einigen schönen Hütten am Wasser vorbei und dachte mir, so eine Hütte hätte ich auch gerne… Bei Kilometer 47 erreichte ich den Schiffsanleger in Schondorf und nun war das Ziel nicht mehr weit.
Nach Verlassen des Ortes ging es nochmals in den kühlen Wald, bevor ich die südlichen Ausläufer von Eching passierte. Gesäumt von Sträuchern verlief das letzte Stück des Weges nach Norden zur Straße, die parallel zur A96 verläuft. Nur noch über die Amper lief ich und bog nach der Brücke bereits nach Stegen ab, wo ich nach 50,02 Kilometer mein Ziel erreichte.
Ich hatte es geschafft! Einmal um den Ammersee laufen war geschafft und ich einfach nur happy. Der Ammersee war der erste Oberbayerische See, um den ich lief – weitere werden folgen…






