Erstmals seit Corona gab es in diesem Jahr wieder Pacer beim Obermain Marathon. Nachdem ich vor der Pandemie regelmäßig als Pacer in Bad Staffelstein am Start war, wurde ich auch für 2026 angefragt und sagte sofort zu. Eigentlich war ich für die Zielzeit 4:30 Std. eingeplant, durch einen Ausfall entschied ich vor Ort spontan auf die 4:00 Std. zu wechseln. Für diese Zeit erwarteten wir mehr Starter*innen, so dass 2 Pacer hier sinnvoller sind.



Der Halbmarathon ist flach und eine schnelle Strecke, der Marathon dagegen ist durch das Streckenprofil sehr anspruchsvoll. Bereits nach etwa 3 Kilometer ist ein erster Anstieg zum Kloster Banz die Herausforderung, etwas später dann der lange Anstieg zu Vierzehnheiligen und weiter bergauf bis zum Abzweig zum Staffelberg. Auf der ersten Hälfte der Strecke sind knapp 600 Höhenmeter zu überwinden. Für die Pacer stellt dies eine besondere Herausforderung dar, da bei den Anstiegen das Tempo verlangsamt wird und bergab bzw. in der Ebene das Tempo höher liegt.
Beim meinem 10. Start über die Marathondistanz war es wieder einmal kühl mit einsetzendem Regen, dazu gegen Ende Gegenwind. Eigentlich kein besonders angenehmes Laufwetter, aber das kann man sich leider nicht immer aussuchen.
Nach dem Start lief alles gut, unser Tempo lag bei etwa 5.20 min/km, was uns einen Puffer verschaffen sollte. Mit den Anstiegen reduzierte sich der Puffer und wir lagen hinter unserer Zielzeit. Durch ein erneutes höheres Tempo konnten wir den Rückstand wieder verringern und lagen nach kurzer Zeit wieder komplett im Plan. Beim Obermain Marathon sind die Steigungen in der ersten Hälfte und nach dem Staffelberg wird es entspannter.





Etwa ab km 30 lagen wir mit einer Zielzeit von 4:00 Std. genau in unserem Zeitplan. Diesen hielten wir von da an konstant ein, bis ich bei km 38 das Tempo etwas reduzieren musste. Mein Magen meldete sich und ich musste die Gruppe ziehen lassen. Für mich sehr ärgerlich, aber es ging nicht anders. Letztendlich kam ich mit 4:02 Std. ins Ziel und verfehlte meine Zielzeit nur knapp. Gerade in Anbetracht des Streckenprofils mit etwa 600 Hm. ist diese Differenz zu vernachlässigen.




Erfreulich war, dass einige Läufer*innen uns vom Start weg begleiteten und mit meinem Pacerkollgen gemeinsam ins Ziel liefen. Kurz darauf war auch für mich das Rennen beendet und ich freute mich auf ein alkoholfreies Weizen. Nachdem es aber sehr ungemütlich war, ging ich schnell in die Halle, um meine Fahne abzugeben. Anschließend wärmte ich mich noch etwas in der Therme auf – der Eintritt dazu war mit der Startnummer kostenlos.
Trotz des nasskalten Wetters war der Obermain Marathon wieder ein tolles Event und sicher nicht mein letzter Start.

