Als Pacer auf dem Weg zu sub 4:15 Stunden
12 Starts, 12 Finishes – und wieder einmal als Pacer beim München Marathon unterwegs. Am 11. Oktober 2026 stand ich zum zwölften Mal an der Startlinie meines inzwischen ganz persönlichen Hausmarathons. Nur beim Obermain Marathon komme ich mittlerweile auf eine ähnlich hohe Zahl an Starts. In München war ich wie in den vergangenen Jahren als Tempomacher dabei. Meine Aufgabe: die Läuferinnen und Läufer zuverlässig ins Ziel zu begleiten – mit einer Zielzeit von unter 4:15 Stunden.
Trotz aller Routine war dieser Marathon für mich in diesem Jahr etwas Besonderes. Nicht unbedingt auf der Strecke, sondern schon bei der Vorbereitung. Und auch unterwegs gab es wieder viele schöne Momente, spannende Begegnungen und natürlich die eine oder andere Herausforderung.






Entspannter Start in den Marathontag
Durch einen dienstlichen Termin am Vortag war ich bereits seit Freitag in München und blieb selbstverständlich bis Sonntag. Das bedeutete für mich einen deutlich entspannteren Marathontag: kein Aufstehen mitten in der Nacht und keine Autofahrt von Bamberg nach München um fünf Uhr morgens. Auch die Startunterlagen und meine Pacerausrüstung konnte ich bereits am Samstag abholen.
Der Sonntag begann mit einem kleinen Frühstück. Gegen 7:30 Uhr wollte ich im Olympiapark sein, um meine Taschen im Auto eines Kumpels zu verstauen. Mit ihm sollte es nach dem Marathon wieder zurück nach Bamberg gehen.
Der Morgen war kühl, aber trocken. Wir trafen uns wie verabredet und hatten genügend Zeit, alles in Ruhe zu erledigen. Eine Entscheidung stand allerdings noch aus: Wie würde ich laufen? Langärmelig, mit Armlingen oder doch komplett kurz? Letztendlich entschied ich mich für die kurze Variante – eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte.
Um 8:30 Uhr trafen sich die Pacer für das gemeinsame Gruppenfoto am Startbogen. Anschließend ging es in die jeweiligen Startblöcke. Für unsere Zielzeit von sub 4:15 Stunden war Startblock D vorgesehen, der Startschuss sollte um 9:20 Uhr fallen.
Bis dahin hieß es vor allem, sich bei den kühlen Temperaturen warm zu halten. Zum Glück verging die Zeit durch die Gespräche mit den anderen Läuferinnen und Läufern wie im Flug. Besonders schön war zu hören, dass viele um uns herum ihren ersten Marathon laufen wollten und sich gerne unserer Pacergruppe anschließen würden.

Bildquelle: Jana Kolb
Endlich auf der Strecke: 42,2 Kilometer durch München
Dann war es endlich so weit. Pünktlich um 9:20 Uhr fiel für uns der Startschuss und wir machten uns auf die 42,2 Kilometer lange Strecke durch München.
Zu Beginn ging es durch den Olympiapark. Hier war es noch etwas hektisch, mit vielen Überholmanövern und gelegentlichem Abbremsen. Spätestens auf der Ackermannstraße entspannte sich die Situation jedoch und wir konnten uns als Gruppe auf das geplante Tempo einpendeln.
Schon bald näherten wir uns einem der ersten großen Stimmungshöhepunkte: der Leopoldstraße. Auf beiden Straßenseiten standen zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer und feuerten die Läuferinnen und Läufer an. Kurz nachdem wir auf die Straße eingebogen waren, kamen uns bereits die ersten Teilnehmenden auf der Gegenfahrbahn entgegen.
Für uns ging es zunächst noch bis zum Sendlinger Tor, bevor wir über den Marienplatz wieder zurück in Richtung Leopoldstraße liefen. Unsere Gruppe blieb dabei erfreulich stabil – auch an den Versorgungsstationen, an denen wir bewusst etwas Tempo herausnahmen.









Durch den Englischen Garten zur Halbmarathonmarke
Anschließend führte uns die Strecke langsam in Richtung Englischer Garten, durch den wir einige Kilometer liefen. Nach dem entspannten Laufabschnitt zuvor wurde es hier noch einmal etwas hektischer. Die Wege waren schmal, und gerade zu Beginn kam es immer wieder zu Überholmanövern.
Doch auch hier sortierte sich das Feld nach kurzer Zeit, sodass wir unseren Rhythmus wiederfanden.
Die Halbmarathonmarke erreichten wir sehr gut im Zeitplan. Von Anfang an hatten wir bewusst einen kleinen Puffer eingeplant, damit wir an den Verpflegungsstationen etwas langsamer laufen konnten, ohne unsere Zielzeit zu gefährden. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir ungefähr eine Minute vor unserem Plan – genau richtig für eine entspannte zweite Hälfte.
Als Pacer geht es schließlich nicht darum, möglichst schnell unterwegs zu sein, sondern die Gruppe zuverlässig und möglichst gleichmäßig ins Ziel zu bringen.
Die zweite Marathonhälfte wird zur Kopfsache
Zwischen der Halbmarathonmarke und dem Deutschen Museum zieht sich die Strecke gefühlt immer ein wenig. Hier wird der Marathon zunehmend zur Kopfsache. Die Beine haben bereits einige Kilometer hinter sich, und die verbleibende Distanz ist noch lang genug, um die eigene Motivation auf die Probe zu stellen.





Für etwas Abwechslung sorgte in diesem Jahr das Werksviertel. Ansonsten hieß es: weiterlaufen, den Rhythmus halten und gemeinsam Kilometer für Kilometer sammeln.
Unsere Gruppe war weiterhin stabil unterwegs. Besonders erfreulich war, dass auch unsere Marathonneulinge bestens vorbereitet wirkten und sich nach wie vor bei uns hielten.
Wir liefen am Gasteig vorbei, passierten das Müllersche Volksbad und überquerten am Deutschen Museum die Isar. Entlang der Strecke wurde es wieder voller, und die Stimmung war richtig gut.
Am Isartor führte uns die Route zurück in die Fußgängerzone. Zum zweiten Mal liefen wir über den Marienplatz. Die Strecke war uns inzwischen vertraut, und das Ziel rückte langsam näher.
Noch einmal ging es über die Leopoldstraße, bevor wir nach links abbogen und der Straße zurück in Richtung Olympiapark folgten.



Die letzten vier Kilometer: Gemeinsam ins Ziel
Noch vier Kilometer!
Die Beine wurden langsam schwerer, doch das Tempo ließ sich weiterhin problemlos halten. Unsere Gruppe hatte sich inzwischen zwar etwas verkleinert, aber wir waren immer noch gut unterwegs.
Kurz vor der Einmündung in die Ackermannstraße nutzten wir noch einmal die Gelegenheit zur Versorgung. Nach einem kurzen Stopp nahmen wir wieder Fahrt auf und waren wenig später zurück im Olympiapark.
Dort wartete noch einmal eine tolle Stimmung auf uns. Das Publikum feuerte die Läuferinnen und Läufer lautstark an, während wir dem Ziel immer näher kamen.
Noch zwei Kilometer – bald war es geschafft!
Wir bogen nach rechts ab und liefen um den Olympiasee. Unser Zeitpuffer hatte gut funktioniert, sodass wir auf den letzten Metern eigentlich sogar etwas langsamer hätten werden können. Doch die Gruppe wollte das Tempo beibehalten. Also liefen wir gemeinsam weiter, Schritt für Schritt in Richtung Ziellinie.
Und dann war es geschafft!
42,2 Kilometer durch München in 4:13:20 Stunden. Damit hatten wir unser Ziel, unter 4:15 Stunden zu bleiben, souverän erreicht. Besonders schön war, dass wir viele Läuferinnen und Läufer auf ihrem Weg zum ersten Marathon begleiten konnten.








München Marathon 2026: Ein gelungenes Rennen mit Verbesserungspotenzial
Auch in diesem Jahr hat mir der München Marathon wieder viel Spaß gemacht. Als Pacer unterwegs zu sein, ist eine besondere Aufgabe. Es geht nicht nur darum, die eigene Zielzeit einzuhalten, sondern auch darum, anderen Läuferinnen und Läufern Sicherheit zu geben, sie zu motivieren und sie bestmöglich durch die 42,2 Kilometer zu begleiten.
Natürlich gibt es trotz aller Routine auch Punkte, die aus meiner Sicht noch verbessert werden könnten. Die teilweise eindrucksvollen Schlangen bei der Startnummernausgabe waren beispielsweise nicht ideal. Auch eine eigene Garderobe für uns Pacer wäre eine sinnvolle Ergänzung. Es bleibt zu hoffen, dass solche organisatorischen Details künftig noch optimiert werden.
Unterm Strich überwiegen aber die positiven Eindrücke: eine gute Stimmung entlang der Strecke, eine stabile Gruppe, viele nette Begegnungen und ein gemeinsames Finish innerhalb der geplanten Zielzeit.
Für mich steht fest: München macht Spaß – und die Tradition geht weiter.
Wir sehen uns 2027 wieder an der Startlinie!


